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Recruitment

Mitarbeiter finden im Handwerk: 7 Wege im Vergleich – mit Aufwand, Kosten und Eignung

Stellenbörse, Arbeitsagentur, Empfehlung oder Social Recruiting: Es gibt viele Wege, im Handwerk Mitarbeiter zu finden. Wir vergleichen sieben davon nach Aufwand, Reichweite und Eignung und zeigen, welche Kombination für Ihren Betrieb sinnvoll ist.

Wer im Handwerk eine Stelle besetzen will, hat heute viele Möglichkeiten: Stellenbörsen, die Jobbörse der Arbeitsagentur, die eigene Website, Empfehlungen aus dem Team, Anzeigen auf Instagram und Facebook, Personalvermittler oder den eigenen Nachwuchs. Trotzdem melden sich auf viele Anzeigen kaum passende Bewerber. Das liegt selten am falschen Kanal, sondern meistens daran, dass ein Betrieb nur einen einzigen Kanal nutzt.

Jeder Weg erreicht eine andere Gruppe von Menschen. Stellenbörsen erreichen die, die aktiv suchen. Empfehlungen erreichen das Umfeld Ihrer Mitarbeiter. Social Recruiting erreicht Fachkräfte, die in Arbeit sind und gar nicht suchen. Wer weiß, was welcher Weg leistet, setzt Budget und Zeit gezielt ein.

In diesem Beitrag erfahren Sie, welche sieben Wege es gibt, im Handwerk Mitarbeiter zu finden, welche Vor- und Nachteile sie haben, wie viel Aufwand dahintersteckt und welche Kombination zu Ihrem Betrieb passt.

Die Ausgangslage: Mehr offene Stellen als verfügbare Fachkräfte

In vielen Gewerken ist der Markt leer gefegt. Die Bundesagentur für Arbeit stuft Berufe ab einem Engpass-Punktwert von 2,0 als Engpassberuf ein. Sanitär, Heizung und Klima liegen bei 2,5 von 3, die Bauelektrik bei 2,7 (BA-Engpassanalyse 2025). Im Garten- und Landschaftsbau standen 2025 7.153 offenen Fachkräftestellen eine Fachkräftelücke von 3.658 gegenüber. Mehr als jede zweite Stelle ist damit rechnerisch nicht passend zu besetzen (KOFA Kompakt 06/2026).

Aktiv Suchende und passive Wechselwillige

Die meisten guten Handwerker sind in Arbeit. Sie schauen nicht in Stellenbörsen, sind aber offen für ein besseres Angebot, wenn es ihnen begegnet. Bei jedem der folgenden Wege lohnt deshalb die Frage: Erreicht er nur Menschen, die gerade selbst suchen, oder auch die deutlich größere Gruppe derer, die wechseln würden, wenn das Angebot stimmt?

Weg 1 und 2: Stellenbörsen und Jobbörse der Arbeitsagentur

1. Online-Stellenbörsen

Portale wie Indeed oder Stepstone sind für viele Betriebe der erste Schritt. Die Anzeige ist schnell erstellt, und wer aktiv sucht, findet sie. Laut Indeed können Arbeitgeber dort bis zu drei Stellenanzeigen pro Monat kostenlos veröffentlichen, mit eingeschränkter Sichtbarkeit (Stand 2026). Mehr Reichweite kostet Geld, je nach Portal pro Klick oder als Paket.

  • Vorteile: schnell eingerichtet, bekannt, gut für aktiv Suchende.
  • Nachteile: Ihre Anzeige steht neben vielen anderen, passive Wechselwillige erreichen Sie kaum.
  • Aufwand: gering bis mittel, je nachdem, wie oft Sie Anzeigen erneuern und Budgets anpassen.
  • Geeignet für: jeden Betrieb als Grundausstattung.

 

2. Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit

Die Jobbörse der Arbeitsagentur ist für Arbeitgeber kostenlos. Zusätzlich unterstützt der Arbeitgeber-Service persönlich bei der Suche.

  • Vorteile: keine Kosten, feste Ansprechpartner, Zugang zu Arbeitssuchenden.
  • Nachteile: erreicht vor allem Menschen ohne Job, kaum erfahrene Fachkräfte in fester Anstellung.
  • Aufwand: gering.
  • Geeignet für: jeden Betrieb, besonders bei Helfer- und Einstiegsstellen.

Weg 3 und 4: Eigene Karriereseite und Mitarbeiter werben Mitarbeiter

3. Die eigene Karriereseite

Auf der Karriereseite prüfen Interessierte, ob Ihr Betrieb zu ihnen passt. Allein bringt sie selten Bewerbungen, weil kaum jemand gezielt danach sucht. Als Ziel für Anzeigen und Empfehlungen ist sie aber unverzichtbar.

  • Vorteile: Sie bestimmen Inhalt und Auftritt, echte Fotos und konkrete Vorteile schaffen Vertrauen.
  • Nachteile: ohne Besucher keine Wirkung, sie braucht andere Kanäle, die Menschen dorthin bringen.
  • Aufwand: einmalig mittel, danach gering.
  • Geeignet für: jeden Betrieb, der regelmäßig einstellt.

 

4. Mitarbeiter werben Mitarbeiter

Ihre Mitarbeiter kennen Kollegen aus Berufsschule, Verein und von früheren Baustellen. Eine Empfehlung bringt Vertrauen mit, auf beiden Seiten. Eine klare Prämie und ein einfacher Ablauf erhöhen die Bereitschaft, aktiv zu empfehlen.

  • Vorteile: hohe Passgenauigkeit, geringe Kosten, stärkt das bestehende Team.
  • Nachteile: begrenzte Reichweite, schwer planbar, funktioniert nur mit zufriedenem Team.
  • Aufwand: gering, braucht aber regelmäßige Erinnerung.
  • Geeignet für: Betriebe mit gutem Betriebsklima.

Weg 5: Social Recruiting mit Wechselangebot

Beim Social Recruiting schalten Sie Anzeigen auf Instagram und Facebook im Umkreis Ihres Betriebs. Die Anzeige erscheint dort, wo Handwerker abends ohnehin auf dem Handy scrollen. So erreichen Sie auch Fachkräfte, die in Arbeit sind und nie eine Stellenbörse öffnen würden.

Entscheidend ist nicht der Kanal, sondern die Botschaft. Eine Anzeige, die nur „Wir suchen“ sagt, wird weitergescrollt. Ein Wechselangebot beantwortet konkret, was jemand gewinnt, wenn er zu Ihnen wechselt: beim Geld, bei Zeit und Planbarkeit, bei Chef und Team oder bei Ausstattung und Perspektive.

  • Vorteile: erreicht passive Wechselwillige, regional steuerbar, Ergebnisse laufend messbar.
  • Nachteile: braucht ein durchdachtes Angebot, Motive fürs Smartphone und laufende Optimierung. Ohne Erfahrung geht schnell Budget verloren.
  • Aufwand: mittel bis hoch in Eigenregie, gering mit einer spezialisierten Agentur.
  • Geeignet für: Betriebe, die erfahrene Fachkräfte suchen und mit Stellenbörsen allein nicht weiterkommen.

Weg 6 und 7: Personalvermittlung und eigener Nachwuchs

6. Personalvermittlung und Headhunter

Ein Personalvermittler sucht in Ihrem Auftrag und stellt Ihnen Kandidaten vor. Das Honorar ist meist erfolgsabhängig und wird häufig als Anteil am Jahresgehalt berechnet. Die Höhe unterscheidet sich je nach Anbieter und Region deutlich. Lassen Sie sich die Konditionen vorab schriftlich geben.

  • Vorteile: wenig eigener Aufwand, Zahlung oft erst bei Einstellung.
  • Nachteile: hohe Kosten pro Einstellung, im Handwerk begrenzte Kandidatenpools.
  • Aufwand: gering.
  • Geeignet für: einzelne Schlüsselpositionen wie Bauleiter oder Meister.

 

7. Ausbildung und Quereinsteiger

Wer selbst ausbildet oder Quereinsteiger anlernt, baut seine Fachkräfte von morgen selbst auf. Das dauert, macht aber unabhängiger vom Markt.

  • Vorteile: langfristige Bindung, neue Mitarbeiter lernen Ihre Arbeitsweise von Anfang an.
  • Nachteile: löst keinen akuten Bedarf, braucht Zeit und erfahrene Kollegen für die Einarbeitung.
  • Aufwand: hoch, verteilt über Jahre.
  • Geeignet für: Betriebe mit langfristiger Personalplanung.

Praxis: Welche Kombination passt zu Ihrem Betrieb?

Kein Weg deckt alles ab. Sinnvoll ist eine günstige Grundausstattung plus ein Weg, der gezielt die Fachkräfte erreicht, die Sie wirklich brauchen. Diese Fragen helfen bei der Auswahl:

  • Brauchen Sie in den nächsten drei Monaten jemanden? Dann reichen Ausbildung und Empfehlungen allein nicht. Kombinieren Sie Stellenbörse und Social Recruiting.
  • Suchen Sie erfahrene Gesellen oder Monteure? Diese sind fast immer in Arbeit. Hier braucht es ein Wechselangebot, das aktiv ausgespielt wird.
  • Suchen Sie Helfer oder Einsteiger? Arbeitsagentur, Stellenbörsen und die Ansprache von Quereinsteigern reichen oft aus.
  • Geht es um eine einzelne Führungsposition? Dann kann eine Personalvermittlung sinnvoll sein.

 

Rechenbeispiel: Was Warten kostet

Im Installateur- und Heizungsbauerhandwerk liegt der Umsatz bei durchschnittlich 144.644 € je tätiger Person und Jahr (Destatis Handwerkszählung 2024). Auf 220 Arbeitstage gerechnet sind das rund 657 € pro Tag. Bleibt eine Stelle drei Monate offen, also etwa 55 Arbeitstage, fehlen rechnerisch über 36.000 € Umsatz. Umsatz ist nicht Gewinn, aber die Größenordnung zeigt: Der beste Weg ist nicht der billigste, sondern der, der die Stelle am schnellsten passend besetzt.

Der Kanal bringt Reichweite, das Angebot bringt Bewerbungen

Ob Stellenbörse, Karriereseite oder Social Media: Überall entscheidet am Ende der Text darüber, ob sich jemand meldet. Eine Anzeige, die nur Aufgaben und Anforderungen auflistet, bleibt austauschbar. Warum das so ist und welche vier Wechselgründe im Handwerk wirklich zählen, lesen Sie in unserem Beitrag Stellenanzeige im Handwerk: Warum sich niemand meldet.

Wenn Sie Ihr eigenes Wechselangebot Schritt für Schritt erarbeiten möchten, hilft unser kostenloser Leitfaden. Er enthält einen Selbstcheck, die vier Wechselgründe Ihres Gewerks, das Arbeitsblatt „Fünf Fragen an Ihr Team“, Vorher-Nachher-Anzeigen und einen 30-Tage-Plan, unter anderem für Heizungsbau, Sanitär, Elektro, Garten- und Landschaftsbau und Dachdecker.

Zum kostenlosen Leitfaden „Das Wechselangebot“

Häufige Fragen und praktische Antworten

Welcher Weg bringt im Handwerk am schnellsten Mitarbeiter?

Das hängt davon ab, wen Sie suchen. Erfahrene Fachkräfte in fester Anstellung erreichen Sie am ehesten mit Social Recruiting und einem klaren Wechselangebot. Für Helfer und Einsteiger reichen oft Stellenbörsen und die Arbeitsagentur.

Kann ich Mitarbeiter auch ganz ohne Kosten finden?

Ja, über die Jobbörse der Arbeitsagentur, Ihre Website, eigene Social-Media-Kanäle und Empfehlungen. Diese Wege kosten vor allem Zeit und erreichen überwiegend aktiv Suchende oder Ihr direktes Umfeld.

Lohnt sich eine Prämie für Mitarbeiterempfehlungen?

In vielen Betrieben ja, wenn Ablauf und Auszahlung klar geregelt sind, etwa nach bestandener Probezeit. Wichtiger als die Höhe ist, dass das Team regelmäßig daran erinnert wird.

Wie lange läuft eine Recruiting-Kampagne bei BLUE THE WEB?

Drei Monate fest. Eine Verlängerung besprechen wir im Abschlussgespräch. Kommt in den drei Monaten keine qualifizierte Bewerbung, arbeiten wir ohne Betreuungshonorar weiter, bis qualifizierte Bewerber kommen. Das Werbebudget tragen weiterhin Sie.

Zusammenfassung: Mehrere Wege, ein klares Angebot

Mitarbeiter finden im Handwerk gelingt selten über einen einzigen Kanal. Stellenbörsen, Arbeitsagentur, Karriereseite und Empfehlungen sind eine solide Grundausstattung für aktiv Suchende und Ihr Umfeld. Erfahrene Fachkräfte in fester Anstellung erreichen Sie vor allem mit einem konkreten Wechselangebot, das dort ausgespielt wird, wo diese Menschen ihre Zeit verbringen.

BLUE THE WEB entwickelt mit Ihnen dieses Wechselangebot und spielt es als Performance-Anzeige auf Instagram und Facebook an die passenden Zielgruppen im Umkreis Ihres Betriebs aus. Jede Kampagne läuft drei Monate fest. Kommt in dieser Zeit keine qualifizierte Bewerbung, arbeiten wir ohne Betreuungshonorar weiter, bis qualifizierte Bewerber kommen.

 

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Thomas SchmalzlGeschäftsführer, BLUE THE WEB

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