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Recruitment

Was kostet eine unbesetzte Stelle? Rechenbeispiel für Handwerksbetriebe

Eine offene Stelle kostet mehr als die Anzeige, mit der Sie sie besetzen wollen. Mit offiziellen Umsatzzahlen für mehrere Gewerke rechnen wir vor, was eine unbesetzte Stelle pro Tag, pro Monat und in sechs Monaten bedeutet.

Wenn eine Stelle im Betrieb offen ist, fällt vor allem eine Zahl ins Auge: der Preis für die Stellenanzeige oder die Recruiting-Kampagne. Diese Kosten stehen auf einer Rechnung und sind sofort sichtbar. Was dagegen niemand in Rechnung stellt, sind die Kosten, die jeden Tag entstehen, an dem die Stelle unbesetzt bleibt.

In der Personalwirtschaft spricht man von Vakanzkosten. Gemeint ist alles, was einem Betrieb entgeht oder zusätzlich entsteht, weil ein Arbeitsplatz nicht besetzt ist. Im Handwerk sind das vor allem liegen gebliebene Aufträge, Überstunden im Team und Kunden, die zu lange warten. Diese Kosten sind schwerer zu greifen, aber in der Regel deutlich höher als jede Anzeige.

In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie die Kosten einer unbesetzten Stelle mit offiziellen Zahlen überschlagen, welche Werte für die wichtigsten Gewerke gelten, welche weiteren Kosten dazukommen und wie Sie das Ergebnis für Ihre Entscheidungen nutzen.

Die Grundlage: Umsatz je Beschäftigtem

Die einfachste Annäherung an die Vakanzkosten ist der durchschnittliche Umsatz, den ein Beschäftigter in Ihrem Gewerk pro Jahr erwirtschaftet. Fehlt eine Person, fehlt rechnerisch ein Teil dieser Leistung.

Offizielle Werte dafür liefert die Handwerkszählung des Statistischen Bundesamts (Destatis), für den Garten- und Landschaftsbau die Branchenstatistik des Bundesverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL).

So wird gerechnet

  • Pro Arbeitstag: Jahresumsatz je Beschäftigtem geteilt durch 220 Arbeitstage.
  • Pro Monat: Jahresumsatz geteilt durch 12.
  • Sechs Monate: die Hälfte des Jahresumsatzes – ein realistischer Zeitraum, wenn eine Stelle im Handwerk länger offen bleibt.

 

Wichtig: Umsatz ist nicht Gewinn

Die folgenden Werte beschreiben Umsatz, nicht Gewinn. Material, Fahrzeuge und andere Kosten sind darin enthalten. Die Zahlen zeigen aber sehr gut die Größenordnung dessen, was Ihrem Betrieb durch eine fehlende Fachkraft an Leistung entgeht.

Rechenbeispiel: Die Werte für die wichtigsten Gewerke

Hier die Werte je Beschäftigtem, gerundet. Quelle: Destatis Handwerkszählung 2024, für den GaLaBau BGL-Branchenstatistik 2025.

Garten- und Landschaftsbau

  • Umsatz je Beschäftigtem: 84.329 € pro Jahr
  • Pro Arbeitstag: rund 383 €
  • Pro Monat: rund 7.000 €
  • In sechs Monaten: rund 42.200 €

 

Installateur und Heizungsbauer

  • Umsatz je Beschäftigtem: 144.644 € pro Jahr
  • Pro Arbeitstag: rund 657 €
  • Pro Monat: rund 12.100 €
  • In sechs Monaten: rund 72.300 €

 

Elektrotechniker

  • Umsatz je Beschäftigtem: 148.730 € pro Jahr
  • Pro Arbeitstag: rund 676 €
  • Pro Monat: rund 12.400 €
  • In sechs Monaten: rund 74.400 €

 

Maurer und Betonbauer

  • Umsatz je Beschäftigtem: 188.686 € pro Jahr
  • Pro Arbeitstag: rund 858 €
  • Pro Monat: rund 15.700 €
  • In sechs Monaten: rund 94.300 €

 

Dachdecker

  • Umsatz je Beschäftigtem: 128.799 € pro Jahr
  • Pro Arbeitstag: rund 585 €
  • Pro Monat: rund 10.700 €
  • In sechs Monaten: rund 64.400 €

 

Weitere Gewerke im Überblick

  • Zimmerer: 142.537 € pro Jahr, rund 648 € pro Arbeitstag
  • Metallbauer: 149.228 € pro Jahr, rund 678 € pro Arbeitstag
  • Tischler: 129.068 € pro Jahr, rund 587 € pro Arbeitstag

Was die Umsatzrechnung nicht zeigt: weitere Kosten

Der fehlende Umsatz ist nur der sichtbarste Teil. Im Alltag kommen weitere Kosten dazu, die sich schwer beziffern lassen, aber real sind:

  • Überstunden: Das Team fängt die Arbeit auf. Das kostet Zuschläge, Freizeitausgleich und auf Dauer Motivation.
  • Abgelehnte Aufträge: Wer Anfragen absagen oder weit in die Zukunft schieben muss, verliert Kunden an den Wettbewerb – oft auch deren Folgeaufträge und Empfehlungen.
  • Qualität: Unter Zeitdruck steigt das Risiko für Fehler, Nacharbeit und Reklamationen.
  • Fluktuation: Wer dauerhaft überlastet ist, schaut sich selbst nach einem anderen Arbeitgeber um. Aus einer offenen Stelle werden schnell zwei.
  • Ihre eigene Zeit: Als Inhaber springen Sie selbst ein, statt Angebote zu schreiben, Kunden zu betreuen oder den Betrieb weiterzuentwickeln.

Diese Punkte machen die tatsächlichen Vakanzkosten meist höher als die reine Umsatzbetrachtung.

Warum Stellen im Handwerk oft lange offen bleiben

Die Rechnung wird umso teurer, je länger eine Stelle unbesetzt bleibt. Und in vielen Gewerken dauert die Besetzung lange, weil schlicht zu wenige passende Fachkräfte aktiv suchen:

  • Garten- und Landschaftsbau: 2025 gab es 7.153 offene Fachkräftestellen bei einer Fachkräftelücke von 3.658. Mehr als jede zweite Stelle ist damit rechnerisch nicht passend zu besetzen (KOFA Kompakt 06/2026).
  • Sanitär, Heizung, Klima: Engpass-Punktwert 2,5 von 3. Ab 2,0 gilt ein Beruf als Engpassberuf (BA-Engpassanalyse 2025).
  • Bauelektrik: Engpass-Punktwert 2,7 von 3 (BA-Engpassanalyse 2025).

Die Fachkräfte, die Sie brauchen, sind fast alle in Arbeit. Eine Anzeige in der Jobbörse erreicht sie kaum. Wer nur auf aktiv Suchende wartet, muss deshalb mit langen Vakanzen rechnen – und mit entsprechend hohen Kosten. Kürzer wird die Vakanz, wenn Sie wechselbereite Fachkräfte gezielt ansprechen und ihnen einen konkreten Grund zum Wechsel geben.

So rechnen Sie für Ihren eigenen Betrieb

Die Durchschnittswerte sind ein guter Anhaltspunkt. Genauer wird es mit Ihren eigenen Zahlen. So gehen Sie vor:

  • Schritt 1: Teilen Sie Ihren Jahresumsatz durch die Zahl Ihrer produktiven Mitarbeiter.
  • Schritt 2: Teilen Sie das Ergebnis durch 220 Arbeitstage.
  • Schritt 3: Multiplizieren Sie den Tageswert mit der Zahl der Arbeitstage, die die Stelle bereits offen ist oder voraussichtlich offen bleibt.
  • Schritt 4: Notieren Sie zusätzlich die Aufträge, die Sie in dieser Zeit abgelehnt oder verschoben haben.

Ein Beispiel: Ein Heizungsbaubetrieb mit dem Durchschnittswert von rund 657 € pro Arbeitstag, bei dem eine Monteursstelle seit 60 Arbeitstagen offen ist, liegt rechnerisch bei rund 39.400 € Umsatz, der nicht erwirtschaftet werden konnte.

Ein ausführliches Rechenblatt zu den Kosten der offenen Stelle finden Sie in unserem kostenlosen Leitfaden „Das Wechselangebot“ für Ihr Gewerk.

Was das Ergebnis für Ihre Entscheidungen bedeutet

Die Rechnung verschiebt den Blick. Die Frage ist nicht mehr „Was kostet eine Anzeige?“, sondern: „Was kostet es, wenn die Stelle weitere Monate offen bleibt?“

Drei Konsequenzen für die Praxis

  • Budget richtig einordnen: Setzen Sie die Kosten einer Recruiting-Maßnahme ins Verhältnis zu den Vakanzkosten, nicht zum Preis der billigsten Anzeige.
  • Schnell handeln: Jeder Monat Warten erhöht die Kosten. Wer früh aktiv wird, spart am meisten.
  • Das Angebot schärfen: Eine Anzeige, die niemanden überzeugt, verlängert die Vakanz. Ein konkretes Wechselangebot verkürzt sie.

Wie ein solches Angebot aussieht, zeigt unser Beitrag Stellenanzeige im Handwerk: So wird sie zum Wechselangebot.

Häufige Fragen und praktische Antworten

Was versteht man unter Vakanzkosten?

Vakanzkosten sind alle Kosten, die entstehen, solange eine Stelle unbesetzt ist. Dazu gehören entgangener Umsatz, Überstunden im Team, abgelehnte Aufträge und Folgekosten wie zusätzliche Kündigungen.

Warum wird mit 220 Arbeitstagen gerechnet?

220 Arbeitstage sind ein gängiger Näherungswert für ein Jahr nach Abzug von Wochenenden, Feiertagen und Urlaub. Wenn Ihr Betrieb mit einem anderen Wert plant, setzen Sie diesen ein.

Ist der entgangene Umsatz gleich dem Verlust?

Nein. Umsatz ist nicht Gewinn. Material und andere Kosten fallen bei nicht ausgeführten Aufträgen ebenfalls weg. Der Wert zeigt aber, welche Leistung Ihrem Betrieb fehlt und welcher Deckungsbeitrag verloren geht.

Wie kann ich die Vakanz verkürzen?

Mit einem konkreten Wechselangebot, das gezielt an Fachkräfte im Umkreis ausgespielt wird, und mit einer schnellen Reaktion auf jede Bewerbung. Je besser das Angebot, desto kürzer bleibt die Stelle offen.

Zusammenfassung: Die teuerste Stelle ist die, die offen bleibt

Eine unbesetzte Stelle kostet je nach Gewerk mehrere hundert Euro Umsatz pro Arbeitstag und in sechs Monaten schnell einen fünfstelligen Betrag. Dazu kommen Überstunden, abgelehnte Aufträge, Qualitätsrisiken und die Gefahr weiterer Kündigungen. Wer diese Zahl kennt, bewertet Recruiting-Maßnahmen realistischer.

BLUE THE WEB hilft Ihnen, offene Stellen schneller zu besetzen: mit einem konkreten Wechselangebot und Performance-Anzeigen auf Instagram und Facebook, die gezielt Fachkräfte im Umkreis Ihres Betriebs erreichen. Jede Kampagne läuft drei Monate. Kommt in dieser Zeit keine qualifizierte Bewerbung, arbeiten wir ohne Betreuungshonorar weiter, bis qualifizierte Bewerber kommen. Das Werbebudget tragen Sie weiterhin selbst.

 

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