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Recruitment

Azubis finden: Ausbildungsmarketing für Handwerksbetriebe

Gute Azubis kommen nicht von allein, aber auch nicht nur über teure Kampagnen. Wie Handwerksbetriebe Jugendliche und Eltern gleichermaßen erreichen, welche Kanäle funktionieren und wann Sie mit dem Ausbildungsmarketing starten sollten.

Der Ausbildungsplatz ist ausgeschrieben, der Aushang hängt in der Berufsschule, und trotzdem meldet sich niemand. Oder es kommen zwei Bewerbungen, von denen eine nach dem Praktikum wieder abspringt. Viele Handwerksbetriebe erleben die Azubi-Suche inzwischen als genauso schwierig wie die Suche nach Fachkräften.

Dabei ist die Ausbildung für den Handwerksbetrieb der nachhaltigste Weg gegen den Fachkräftemangel. Wer heute gute Azubis gewinnt, hat in drei Jahren Gesellen, die den Betrieb kennen. Das gelingt aber nur, wenn man die Zielgruppe versteht: Jugendliche, die sich zwischen vielen Möglichkeiten entscheiden, und Eltern, die bei dieser Entscheidung ein gewichtiges Wort mitreden.

In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie beide Zielgruppen ansprechen, welche Botschaften wirken, welche Kanäle sich für das Ausbildungsmarketing im Handwerk eignen und wann Sie im Jahr damit beginnen sollten.

Zwei Zielgruppen: Jugendliche und Eltern

Ausbildungsmarketing im Handwerk richtet sich nie nur an die Schüler. Die Entscheidung für eine Ausbildung fällt in vielen Familien gemeinsam, und Eltern haben oft ein veraltetes Bild vom Handwerk.

Was Jugendliche wissen wollen

  • Wie sieht mein Alltag aus, und mit wem arbeite ich?
  • Was verdiene ich in der Ausbildung?
  • Ist die Arbeit modern, oder stehe ich nur daneben?
  • Werde ich ernst genommen?

 

Was Eltern wissen wollen

  • Ist der Betrieb seriös, und wird mein Kind gut betreut?
  • Hat der Beruf Zukunft?
  • Gibt es nach der Ausbildung eine Übernahme?
  • Welche Wege stehen danach offen, etwa Meister oder Studium?

Planen Sie Ihre Inhalte so, dass beide Gruppen Antworten finden. Eine Karriereseite, die Eltern überzeugt, ist oft genauso wichtig wie ein Instagram-Video für die Jugendlichen.

Botschaften, die wirken

Ein Ausbildungsplatz im Handwerk steht in Konkurrenz zu Industrie, Handel, Verwaltung und Studium. Setzen Sie deshalb auf das, was das Handwerk stark macht, und sagen Sie es konkret.

  • Perspektive: Übernahme nach bestandener Prüfung, Weiterbildung zum Meister, Techniker oder Studium, später vielleicht der eigene Betrieb.
  • Team: Ein fester Ausbilder, Kollegen, die erklären, und Azubis, die zusammen lernen.
  • Sinn und Ergebnis: Am Abend sieht man, was man geschafft hat. Beim Dachdecker ist es das dichte Dach, beim Elektriker die funktionierende PV-Anlage.
  • Moderne Technik: Digitale Aufmaße, Drohnen, Wärmepumpen, Smart Home. Das Handwerk ist technischer, als viele denken.
  • Konkrete Vorteile: Ausbildungsvergütung, Werkzeug, Arbeitskleidung, Zuschüsse zum Führerschein, falls Sie das anbieten.

Am glaubwürdigsten sind Ihre eigenen Azubis. Lassen Sie sie erzählen, im Video, im Post oder beim Schulbesuch. Gleichaltrige erreichen Jugendliche besser als jeder Chef.

Online-Kanäle: Instagram, TikTok und Website

Jugendliche verbringen viel Zeit auf dem Smartphone. Wer dort nicht sichtbar ist, findet für viele nicht statt.

Instagram

Kurze Videos aus dem Arbeitsalltag, Azubis im Porträt, Einblicke von der Baustelle. Instagram eignet sich auch, um Eltern zu erreichen, und lässt sich mit gezielten Anzeigen im Umkreis Ihres Betriebs verbinden.

TikTok

TikTok ist bei vielen Jugendlichen beliebt. Ob sich der Aufwand lohnt, hängt davon ab, ob jemand im Betrieb Lust hat, regelmäßig kurze, authentische Clips zu drehen. Halbherzige Auftritte schaden eher, als dass sie nützen.

Karriereseite

Die Karriereseite ist der Ort, an dem Jugendliche und Eltern nachlesen. Sie sollte die Ausbildung verständlich beschreiben, echte Fotos zeigen, die Ausbildungsvergütung nennen und einen einfachen Kontaktweg bieten, etwa per WhatsApp.

Vor Ort: Schulen, Praktika und Messen

Die persönliche Begegnung ist im Ausbildungsmarketing nach wie vor sehr wirksam. Wer einmal im Betrieb war, entscheidet sich eher für ihn.

  • Schulen: Kontakt zu Mittel-, Real- und Wirtschaftsschulen in der Umgebung aufbauen, Berufsorientierungstage nutzen, Azubis im Unterricht erzählen lassen.
  • Praktika: Schülerpraktika und Ferienjobs sind der beste Test für beide Seiten. Planen Sie sie gut, mit Ansprechpartner und echten Aufgaben.
  • Ausbildungsmessen: Regionale Messen bringen viele Kontakte an einem Tag. Nehmen Sie Azubis mit und etwas zum Anfassen, zum Beispiel ein Werkstück oder eine kleine Mitmachaufgabe.
  • Tag der offenen Tür: Ein Nachmittag im Betrieb, zu dem Familien kommen können, erreicht Jugendliche und Eltern zugleich.

Halten Sie nach jedem Kontakt die Verbindung, etwa mit einer kurzen Nachricht und einer Einladung zum Praktikum.

Die Lehrstellenbörse der Handwerkskammer

Ein kostenloser und oft unterschätzter Kanal ist die Lehrstellenbörse. Über das Lehrstellen-Radar des Handwerks können Betriebe offene Lehrstellen und Praktikumsplätze eintragen. Die Eingabe läuft über die zuständige Handwerkskammer, die Angebote erscheinen im bundesweiten System und in einer App, mit der Jugendliche nach Lehrstellen suchen (Quelle: handwerk.de, Lehrstelle eintragen).

Wichtig: Melden Sie der Kammer, wenn die Stelle besetzt ist, damit keine Bewerbungen mehr für einen vergebenen Platz kommen. Und formulieren Sie auch hier konkret, was Ihren Betrieb ausmacht, statt nur den Beruf zu nennen.

Timing: Das Ausbildungsjahr im Blick

Die meisten Ausbildungen beginnen im Spätsommer. Viele Jugendliche entscheiden sich aber schon deutlich früher, oft im Jahr vor dem Schulabschluss. Wer erst im Frühjahr mit der Suche beginnt, trifft auf einen Markt, in dem viele gute Bewerber bereits zugesagt haben.

Ein grober Jahresplan

  • Herbst und Winter: Schulkontakte, Ausbildungsmessen, Praktikumsplätze anbieten, Lehrstelle für das kommende Jahr eintragen.
  • Winter bis Frühjahr: Social-Media-Beiträge und Anzeigen verstärken, Bewerbungsgespräche und Probetage führen.
  • Frühjahr bis Sommer: Restplätze besetzen, Kontakt zu zugesagten Azubis halten, damit niemand abspringt.
  • Ausbildungsstart: Gutes Onboarding mit festem Ausbilder und Paten.

Wichtig ist, dass Ausbildungsmarketing kein Projekt für ein paar Wochen ist, sondern ganzjährig läuft.

Von der Botschaft zur Anzeige

Die Grundprinzipien einer guten Azubi-Anzeige sind dieselben wie bei Fachkräften: konkret sagen, was jemand bei Ihnen gewinnt, echte Bilder zeigen und den Kontakt einfach machen. Wie das aussieht, zeigt der Beitrag Stellenanzeige im Handwerk: So wird sie zum Wechselangebot.

Für die Suche nach Fachkräften gibt es unseren kostenlosen Leitfaden „Das Wechselangebot“, unter anderem in einer Ausgabe für Dachdecker, mit Selbstcheck, Vorher-Nachher-Anzeigen und 30-Tage-Plan.

Häufige Fragen und praktische Antworten

Wann sollte ich mit der Azubi-Suche beginnen?

Möglichst früh, idealerweise etwa ein Jahr vor dem geplanten Ausbildungsstart. Viele Jugendliche entscheiden sich bereits im Herbst oder Winter vor ihrem Schulabschluss.

Lohnt sich Social Media für die Azubi-Suche?

Ja, denn Jugendliche sind dort unterwegs. Wichtig sind echte Einblicke aus dem Betrieb, am besten mit Ihren eigenen Azubis. Gezielte Anzeigen im Umkreis erhöhen die Reichweite.

Wie erreiche ich die Eltern?

Über eine verständliche Karriereseite, Tage der offenen Tür, Ausbildungsmessen und Facebook sowie Instagram. Eltern wollen vor allem Seriosität, Betreuung und Perspektive sehen.

Was tun, wenn ein Azubi vor dem Start abspringt?

Halten Sie zwischen Zusage und Ausbildungsbeginn Kontakt, etwa mit einer Einladung zum Sommerfest oder einem Probetag. Das senkt das Risiko, dass jemand kurzfristig absagt.

Zusammenfassung: Ausbildungsmarketing als Daueraufgabe

Azubis finden Handwerksbetriebe, die Jugendliche und Eltern gleichermaßen ansprechen, mit konkreten Botschaften zu Perspektive, Team und Übernahme. Die wirksamsten Kanäle sind eine Mischung aus Instagram, einer guten Karriereseite, Schulkontakten, Praktika, Ausbildungsmessen und der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer. Entscheidend ist, früh zu starten und das ganze Jahr sichtbar zu bleiben.

BLUE THE WEB unterstützt Handwerksbetriebe mit Performance-Anzeigen auf Instagram und Facebook, die das richtige Angebot an die richtigen Menschen im Umkreis des Betriebs ausspielen, damit mehr Bewerbungen kommen. Jede Recruiting-Kampagne läuft drei Monate fest. Kommt in dieser Zeit keine qualifizierte Bewerbung, arbeiten wir ohne Betreuungshonorar weiter, bis qualifizierte Bewerber kommen. Das Werbebudget tragen weiterhin Sie.

 

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Thomas SchmalzlGeschäftsführer, BLUE THE WEB

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