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Produktkonfigurator: Wann er sich für Hersteller und Händler wirklich lohnt

Ein Online-Konfigurator kann Anfragen vorqualifizieren, Angebote beschleunigen und Ihren Vertrieb entlasten. Er kann aber auch teuer werden, wenn Regeln und Daten nicht klar sind. Wir zeigen, woran Sie erkennen, ob sich ein Konfigurator für Sie lohnt und wie Sie vorgehen.

Viele Hersteller und Händler kennen die Situation: Ein Interessent fragt nach einem Produkt in einer bestimmten Größe, Farbe oder Ausführung. Der Vertrieb klärt per E-Mail und Telefon die Details, rechnet den Preis aus, schickt ein Angebot und wartet. Bei einfachen Produkten ist das kein Problem. Bei Produkten mit vielen Varianten kostet es Zeit, und es entstehen Fehler.

Ein Produktkonfigurator kann genau diesen Ablauf verkürzen. Kunden stellen ihr Produkt online selbst zusammen, sehen sofort, welche Kombinationen möglich sind, und schicken eine vollständige Anfrage oder bestellen direkt. Richtig umgesetzt entlastet das den Vertrieb und macht das Angebot für Kunden greifbarer.

Nicht jedes Unternehmen braucht aber einen Konfigurator, und nicht jeder Konfigurator bringt, was er verspricht. In diesem Beitrag erfahren Sie, was ein Produktkonfigurator ist, woran Sie erkennen, ob er sich lohnt, welche Arten es gibt, was er können muss und wie Sie bei der Einführung vorgehen.

Was ein Produktkonfigurator ist

Ein Produktkonfigurator ist ein Werkzeug auf Ihrer Website oder in Ihrem Shop, mit dem Kunden ein Produkt Schritt für Schritt zusammenstellen. Dahinter stehen im Kern drei Dinge:

  • Optionen: Maße, Materialien, Farben, Zubehör, Ausführungen
  • Regeln: Welche Kombinationen sind möglich, welche schließen sich aus, was ist Pflicht?
  • Ergebnis: ein Preis, eine vollständige Anfrage, ein PDF-Angebot, eine Bestellung oder eine Stückliste für die Fertigung

Wie aufwendig ein Konfigurator ist, hängt vor allem von den Regeln ab. Ein Produkt mit wenigen, unabhängigen Optionen lässt sich schnell abbilden. Viele Abhängigkeiten zwischen Optionen, Maßen und Preisen brauchen dagegen ein sauber durchdachtes Regelwerk.

Anzeichen, dass sich ein Konfigurator lohnt

Ein Konfigurator lohnt sich besonders, wenn mehrere dieser Punkte auf Sie zutreffen:

  • Ihre Produkte gibt es in vielen Varianten, die sich nach festen Regeln kombinieren lassen.
  • Ihr Vertrieb verbringt viel Zeit mit Rückfragen, bevor ein Angebot möglich ist.
  • Anfragen kommen oft unvollständig oder mit technisch unmöglichen Kombinationen.
  • Preise lassen sich aus den Optionen berechnen, auch wenn es Sonderfälle gibt.
  • Händler oder Stammkunden bestellen immer wieder ähnliche Ausführungen.
  • Ihre Kunden wollen sehen, wie das Produkt am Ende aussieht.

Je häufiger solche Anfragen vorkommen, desto eher rechnet sich der Aufwand. Ein guter Test: Lassen Sie Ihren Vertrieb eine Woche lang notieren, wie viele Anfragen Rückfragen brauchten und welche Fragen das waren. Diese Liste ist später auch die Grundlage für den Konfigurator.

Wann ein Konfigurator (noch) nicht passt

Es gibt auch gute Gründe, noch keinen Konfigurator zu bauen:

  • Fast jedes Projekt ist ein Einzelstück: Wenn es keine festen Regeln gibt, lässt sich wenig automatisieren. Ein gutes Anfrageformular mit Upload für Zeichnungen hilft hier oft mehr.
  • Die Regeln sind nur im Kopf einzelner Mitarbeiter: Dann steht zuerst die Aufgabe an, dieses Wissen aufzuschreiben. Das lohnt sich unabhängig vom Konfigurator.
  • Die Produktdaten sind unvollständig: Ohne gepflegte Maße, Preise und Bilder wird auch der beste Konfigurator zur Baustelle.
  • Es gibt nur wenige Anfragen: Dann steht der Aufwand selten im Verhältnis zum Nutzen.

In diesen Fällen ist ein schrittweiser Einstieg sinnvoll: zuerst gute Produktseiten und klare Anfragewege, später ein Konfigurator für die wichtigste Produktgruppe.

Welche Arten von Konfiguratoren es gibt

Konfigurator ist nicht gleich Konfigurator. Je nach Ziel unterscheiden sich Aufbau und Aufwand deutlich:

Anfrage-Konfigurator

Kunden stellen ihr Produkt zusammen und senden eine vollständige Anfrage ohne Preisangabe. Ideal, wenn Preise stark vom Einzelfall abhängen, Sie aber vollständige Angaben brauchen.

Preis-Konfigurator im Shop

Der Preis wird live berechnet, das Produkt kann direkt bestellt werden. Das passt zu Produkten mit klarer Preislogik, zum Beispiel Maßanfertigungen nach festen Tabellen.

B2B-Konfigurator mit Händlerpreisen

Händler oder Geschäftskunden melden sich an, sehen ihre eigenen Preise und Konditionen und bestellen oder erstellen Angebote für ihre Kunden.

Konfigurator mit Visualisierung

Das Produkt wird als Bild oder 3D-Modell dargestellt und verändert sich mit jeder Auswahl. Das wirkt stark, ist aber aufwendiger in der Erstellung und Pflege der Bilddaten.

Was ein guter Konfigurator können muss

Unabhängig von der Art gibt es Anforderungen, die über den Erfolg entscheiden:

  • Klare Schritte: wenige Optionen pro Schritt, verständliche Bezeichnungen, Hilfetexte bei Fachbegriffen
  • Verlässliche Regeln: unmögliche Kombinationen werden gar nicht erst angeboten
  • Nachvollziehbarer Preis: wenn Preise gezeigt werden, dann transparent und aktuell
  • Gute Ausgabe: Zusammenfassung als PDF, vollständige Anfrage im Postfach oder Bestellung im System
  • Schnittstellen: Anbindung an Warenwirtschaft oder ERP, damit Preise, Artikel und Aufträge nicht doppelt gepflegt werden
  • Pflege im Backend: Ihr Team kann Optionen, Preise und Regeln selbst anpassen
  • Mobil nutzbar: viele Kunden informieren sich zuerst auf dem Smartphone

Praxis: In fünf Schritten zum Konfigurator

So gehen wir bei Konfigurator-Projekten vor, und so können Sie sich auch intern vorbereiten:

  • 1. Ziel festlegen: Soll der Konfigurator Anfragen vorqualifizieren, direkt verkaufen oder Händler entlasten?
  • 2. Produktgruppe wählen: Starten Sie mit der Gruppe, die am meisten Anfragen und Rückfragen erzeugt.
  • 3. Optionen und Regeln aufschreiben: gemeinsam mit Vertrieb und Technik, am besten in einer einfachen Tabelle
  • 4. Ablauf und Oberfläche gestalten: Schritte, Texte, Bilder und Ausgabe, getestet mit echten Nutzern aus Vertrieb oder Kundenkreis
  • 5. Umsetzen, anbinden, verbessern: nach dem Start auswerten, wo Nutzer abbrechen, und Regeln oder Texte nachschärfen

Ein Konfigurator muss nicht am ersten Tag alles können. Eine gut funktionierende erste Version für die wichtigste Produktgruppe bringt oft mehr als ein großes Projekt, das nie fertig wird.

Kosten und Umsetzung

Die Kosten eines Konfigurators hängen vor allem von der Zahl der Optionen und Regeln, der Preislogik, der Visualisierung und den Schnittstellen ab. Eine seriöse Zahl gibt es deshalb erst nach einem Blick auf Ihre Produkte. Ein Konfigurator ist bei BLUE THE WEB immer ein Individualprojekt. Für kompakte Websites ohne Konfigurator gibt es daneben unsere Festpreis-Pakete.

Wir setzen Konfiguratoren in WordPress, WooCommerce und Shopware um, auch für B2B mit Händlerpreisen und ERP-Anbindung. Konzept, Design und Entwicklung kommen aus einem Haus, mit einem festen Ansprechpartner. Was dabei möglich ist, zeigen wir auf unserer Seite zu B2B-Shops und Produktkonfiguratoren und in unseren Referenzen, zum Beispiel beim Konfigurator mit Händlerpreisen für einen Sitzmöbelhersteller. Mehr zu unserer Arbeit für Hersteller finden Sie unter Industrie und B2B.

Häufige Fragen und praktische Antworten

Ersetzt ein Konfigurator unseren Vertrieb?

Nein. Er nimmt dem Vertrieb Routinearbeit ab, zum Beispiel Rückfragen und einfache Angebote. So bleibt mehr Zeit für Beratung, Sonderlösungen und Kundenpflege.

Brauchen wir dafür einen Onlineshop?

Nicht unbedingt. Ein Anfrage-Konfigurator funktioniert auch auf einer normalen Website. Ein Shop wird erst nötig, wenn Kunden direkt bestellen und bezahlen sollen.

Können wir den Konfigurator später erweitern?

Ja, wenn er von Anfang an sauber aufgebaut ist. Neue Produktgruppen, Optionen oder Schnittstellen lassen sich dann ergänzen, ohne alles neu zu entwickeln.

Wer pflegt Preise und Optionen?

Idealerweise Ihr Team selbst im Backend oder automatisch über die Anbindung an Ihre Warenwirtschaft. Das sollte bei der Planung von Anfang an festgelegt werden.

Zusammenfassung: Erst die Regeln, dann die Technik

Ein Produktkonfigurator lohnt sich, wenn Ihre Produkte viele Varianten mit festen Regeln haben, Ihr Vertrieb viel Zeit mit Rückfragen verbringt und Anfragen oft unvollständig sind. Entscheidend ist nicht die Technik, sondern ein klares Regelwerk, gepflegte Produktdaten und ein einfacher Ablauf für Ihre Kunden. Starten Sie mit der wichtigsten Produktgruppe und bauen Sie den Konfigurator danach schrittweise aus.

BLUE THE WEB entwickelt Konfiguratoren als Individualprojekt in WordPress, WooCommerce und Shopware, auf Wunsch mit Händlerpreisen und ERP-Anbindung. Gern schauen wir uns gemeinsam an, ob und in welcher Form sich ein Konfigurator für Ihre Produkte lohnt.

 

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Thomas SchmalzlGeschäftsführer, BLUE THE WEB

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