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Recruitment

Quereinsteiger im Handwerk gewinnen: Chancen und Grenzen für Ihren Betrieb

Wenn Fachkräfte fehlen, können Quereinsteiger eine echte Verstärkung sein, aber nicht für jede Aufgabe. Wofür sie sich im Handwerk eignen, wie Einarbeitung und Förderung funktionieren und wie Sie Quereinsteiger richtig ansprechen.

Die Stelle für den Monteur ist seit Monaten offen, gelernte Fachkräfte melden sich kaum. Gleichzeitig gibt es Menschen, die handwerklich geschickt sind, aber etwas ganz anderes gelernt haben: den Lageristen, der lieber draußen arbeiten würde, die Verkäuferin, die Technik mag, den Industriemechaniker aus einer Branche mit unsicherer Zukunft.

Quereinsteiger sind für viele Handwerksbetriebe eine Chance, die bisher kaum genutzt wird. Sie sind aber kein Ersatz für jede Fachkraft. Wer sie einstellt, braucht einen klaren Plan: für welche Aufgaben, mit welcher Einarbeitung und mit welcher Perspektive.

In diesem Beitrag erfahren Sie, für welche Tätigkeiten sich Quereinsteiger im Handwerk eignen, wo die Grenzen liegen, wie Sie die Einarbeitung planen, welche Förderung die Agentur für Arbeit anbietet und warum Sie Quereinsteiger anders ansprechen müssen als Fachkräfte.

Chancen und Grenzen im Überblick

Quereinsteiger bringen oft Dinge mit, die sich schwer anlernen lassen: Zuverlässigkeit, Motivation, Erfahrung im Umgang mit Kunden oder technisches Grundverständnis aus einem anderen Beruf. Viele wechseln sehr bewusst, weil sie etwas Handfestes machen wollen.

Was für Quereinsteiger spricht

  • Größerer Bewerberkreis: Sie sind nicht auf die kleine Gruppe gelernter Fachkräfte beschränkt.
  • Hohe Motivation: Wer freiwillig umsteigt, will es meist wirklich.
  • Frischer Blick: Erfahrungen aus Industrie, Handel oder Logistik können Abläufe verbessern.

 

Wo die Grenzen liegen

  • Fachliche Tiefe fehlt: Eine mehrjährige Ausbildung lässt sich nicht in wenigen Wochen ersetzen.
  • Nicht jede Tätigkeit ist erlaubt: Arbeiten, die eine bestimmte Fachqualifikation voraussetzen, etwa an elektrischen Anlagen oder Gasinstallationen, bleiben ausgebildeten Fachkräften vorbehalten.
  • Einarbeitung kostet Zeit: Erfahrene Kollegen müssen anleiten, und das bindet Kapazität.

Für welche Aufgaben Quereinsteiger geeignet sind

Der Schlüssel ist, die richtigen Aufgaben zu definieren. Drei Bereiche haben sich in vielen Gewerken bewährt:

Helfer und Monteur zum Anlernen

Auf der Baustelle gibt es viele Tätigkeiten, die mit guter Anleitung schnell sitzen: Material vorbereiten, Vormontage, Demontage, Erdarbeiten, Pflasterarbeiten oder Unterstützung bei der Installation. Im Straßenbau oder GaLaBau können Quereinsteiger zudem Maschinen bedienen lernen, sofern die nötigen Schulungen und Nachweise vorliegen.

Kundendienst-Innendienst

Wer aus dem Handel oder Büro kommt, kann Terminplanung, Kundenkommunikation, Ersatzteilbestellung und Dokumentation übernehmen. Das entlastet Ihre Monteure spürbar, weil sie weniger Zeit am Telefon und mit Papierkram verbringen.

Aufgaben mit Aussicht auf mehr

Wer sich bewährt, kann mit einem nachgeholten Berufsabschluss zur Fachkraft werden. Das ist ein langfristiger Weg, aber einer, der Mitarbeiter stark an den Betrieb bindet.

Die Einarbeitung planen

Quereinsteiger scheitern selten an fehlender Motivation, sondern an fehlender Struktur. Planen Sie die Einarbeitung deshalb bewusster als bei einer Fachkraft.

  • Fester Pate: Ein erfahrener Kollege, der erklärt und Zeit dafür bekommt.
  • Klarer Lernplan: Was soll nach vier Wochen, drei Monaten und einem Jahr sitzen?
  • Kleine Schritte: Erst einfache Aufgaben, dann mehr Verantwortung.
  • Sicherheit zuerst: Unterweisungen zu Arbeitsschutz und Maschinen gründlich und dokumentiert durchführen.
  • Regelmäßige Rückmeldung: Kurze Gespräche, am Anfang wöchentlich.

Legen Sie auch fest, wie sich der Lohn entwickelt, wenn Kenntnisse wachsen. Eine sichtbare Perspektive hält Quereinsteiger im Betrieb.

Förderung durch die Agentur für Arbeit

Die Bundesagentur für Arbeit unterstützt Betriebe bei der Qualifizierung von Beschäftigten. Laut Bundesagentur für Arbeit (Stand 2026) können bei zugelassenen Weiterbildungen mit mehr als 120 Stunden Lehrgangskosten und ein Zuschuss zum Arbeitsentgelt übernommen werden. Für Betriebe mit weniger als 50 Beschäftigten sollen die Lehrgangskosten vollständig übernommen werden, der Arbeitsentgeltzuschuss beträgt bis zu 75 Prozent. Bei Beschäftigten ohne Berufsabschluss sind bei abschlussbezogenen Maßnahmen bis zu 100 Prozent möglich (Quelle: arbeitsagentur.de, Individuelle Förderung von Beschäftigten).

Stellen Sie jemanden ein, der arbeitslos gemeldet ist und anfangs weniger leisten kann als üblich, kommt unter Umständen ein Eingliederungszuschuss infrage. Wichtig: Er muss beantragt werden, bevor die Arbeit aufgenommen wird, und es besteht kein Rechtsanspruch (Quelle: arbeitsagentur.de, Förderung der Arbeitsaufnahme).

Die Details hängen vom Einzelfall ab. Sprechen Sie vor der Einstellung mit dem Arbeitgeber-Service Ihrer Agentur für Arbeit und mit Ihrer Handwerkskammer.

Quereinsteiger anders ansprechen

Eine Anzeige für Fachkräfte funktioniert bei Quereinsteigern nicht. Wer „abgeschlossene Ausbildung als Anlagenmechaniker“ liest, fühlt sich nicht gemeint. Quereinsteiger haben andere Fragen im Kopf:

  • „Schaffe ich das überhaupt?“ Zeigen Sie, dass Sie einarbeiten und niemand allein gelassen wird.
  • „Verdiene ich genug?“ Nennen Sie eine konkrete Zahl für den Einstieg und wie es weitergeht.
  • „Hat das Zukunft?“ Beschreiben Sie den Weg vom Einstieg bis zur möglichen Fachkraft.
  • „Passe ich ins Team?“ Zeigen Sie echte Kollegen, idealerweise jemanden, der selbst quer eingestiegen ist.

Die wichtigste Botschaft lautet nicht „Wir suchen“, sondern: „Sie können das lernen, und wir bringen es Ihnen bei.“

Praxisbeispiel: Anzeige für Quereinsteiger

So kann eine Anzeige für einen Straßenbaubetrieb aussehen, der Quereinsteiger sucht (fiktives Beispiel mit Platzhaltern):

  • Überschrift: „Quereinstieg in den Straßenbau: Wir lernen Sie an.“
  • Einstieg: „Sie arbeiten gern draußen, packen an und wollen sehen, was Sie geschafft haben? Eine Ausbildung im Straßenbau brauchen Sie nicht.“
  • Angebot: „[Stundenlohn] Euro zum Einstieg, nach der Einarbeitung mehr. Fester Pate, feste Kolonne, Baustellen im Landkreis.“
  • Perspektive: „Wer bleiben will, kann bei uns den Berufsabschluss nachholen.“
  • Kontakt: „Melden Sie sich per WhatsApp oder Telefon. Für das erste Gespräch reicht eine kurze Nachricht.“

Legen Sie bei Quereinsteigern besonders viel Wert auf eine niedrige Hürde bei der Kontaktaufnahme. Wer unsicher ist, ob er passt, meldet sich eher per kurzer Nachricht als mit vollständigen Unterlagen.

Vom Quereinstieg zum Wechselangebot

Ob Fachkraft oder Quereinsteiger: Entscheidend ist, dass Ihr Angebot die Frage beantwortet, was jemand gewinnt, wenn er zu Ihnen kommt. Wie das in einer Stellenanzeige aussieht, lesen Sie im Beitrag Stellenanzeige im Handwerk: So wird sie zum Wechselangebot.

Unser kostenloser Leitfaden „Das Wechselangebot“ ist unter anderem für Straßenbau, GaLaBau, Heizungsbau, Sanitär und Elektro erhältlich. Er enthält Vorher-Nachher-Anzeigen, ein Kapitel zu Anzeigen im Umkreis und einen 30-Tage-Plan.

Häufige Fragen und praktische Antworten

Lohnt es sich, Quereinsteiger einzustellen?

Für viele Betriebe ja, wenn die Aufgaben passen und die Einarbeitung geplant ist. Quereinsteiger ersetzen keine Fachkraft für anspruchsvolle Arbeiten, können aber Teams entlasten und langfristig zu Fachkräften werden.

Welche Förderung gibt es für die Weiterbildung?

Die Agentur für Arbeit kann Lehrgangskosten und einen Arbeitsentgeltzuschuss übernehmen, abhängig von Betriebsgröße und Maßnahme. Lassen Sie sich vor dem Start vom Arbeitgeber-Service beraten.

Kann ein Quereinsteiger den Berufsabschluss nachholen?

Ja, es gibt verschiedene Wege, etwa berufsbegleitende Qualifizierungen oder die Zulassung zur Prüfung aufgrund von Berufserfahrung. Ihre Handwerkskammer berät zu den Voraussetzungen.

Wo finde ich Quereinsteiger?

Selten auf Stellenbörsen für Fachkräfte. Gezielte Anzeigen auf Instagram und Facebook im Umkreis Ihres Betriebs erreichen Menschen, die über einen Wechsel nachdenken, aber noch nicht aktiv suchen.

Zusammenfassung: Quereinsteiger mit Plan einsetzen

Quereinsteiger können im Handwerk eine echte Verstärkung sein, als Helfer, als Monteur zum Anlernen oder im Kundendienst-Innendienst. Voraussetzung sind klar definierte Aufgaben, eine strukturierte Einarbeitung und eine sichtbare Perspektive. Prüfen Sie vor der Einstellung die Förderung durch die Agentur für Arbeit und sprechen Sie Quereinsteiger mit einer eigenen Botschaft an.

BLUE THE WEB entwickelt mit Ihnen das passende Wechselangebot, für Fachkräfte ebenso wie für Quereinsteiger, und spielt es mit Performance-Anzeigen auf Instagram und Facebook gezielt im Umkreis Ihres Betriebs aus. Jede Recruiting-Kampagne läuft drei Monate fest. Kommt in dieser Zeit keine qualifizierte Bewerbung, arbeiten wir ohne Betreuungshonorar weiter, bis qualifizierte Bewerber kommen. Das Werbebudget tragen weiterhin Sie.

 

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