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Recruitment

Stellenanzeige auf Instagram und Facebook: Schritt für Schritt zur Recruiting-Anzeige

Wer im Handwerk Fachkräfte sucht, muss dorthin, wo diese abends scrollen. Wie Sie eine Stellenanzeige auf Instagram und Facebook Schritt für Schritt aufsetzen – von Zielgruppe und Umkreis über Botschaft und Bild bis zum Budget.

Die meisten Fachkräfte, die Sie für Ihren Betrieb suchen, stehen nicht auf einer Jobbörse. Sie arbeiten bei einem anderen Betrieb, fahren abends nach Hause und schauen auf dem Sofa aufs Handy. Genau dort, auf Instagram und Facebook, lässt sich eine Stellenanzeige heute so ausspielen, dass sie Handwerker im Umkreis Ihres Betriebs erreicht – auch solche, die gar nicht aktiv suchen.

Trotzdem bleiben viele Anzeigen in den sozialen Netzwerken ohne Wirkung. Häufig wird einfach der Text aus der Jobbörse übernommen, ein Stockfoto darübergelegt und der Beitrag „hervorgehoben“. Das Ergebnis: Reichweite ohne Bewerbungen. Eine Recruiting-Anzeige auf Social Media folgt eigenen Regeln – bei der Zielgruppe, beim Format und vor allem bei der Botschaft.

In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie eine Stellenanzeige auf Instagram und Facebook Schritt für Schritt aufsetzen, welche Besonderheiten bei Stellenanzeigen im Meta-Werbesystem gelten, wie Sie Ihr Budget sinnvoll planen und wann sich professionelle Unterstützung lohnt.

Schritt 1: Ziel und Zielgruppe festlegen

Bevor Sie eine einzige Zeile schreiben, klären Sie zwei Fragen: Wen suchen Sie genau, und wo wohnt diese Person?

Beruf und Qualifikation

„Handwerker gesucht“ ist zu allgemein. Legen Sie fest, welchen Beruf Sie besetzen wollen und welche Qualifikation wirklich nötig ist. Ein Anlagenmechaniker SHK für den Kundendienst ist eine andere Zielgruppe als ein Helfer für die Baustelle. Je klarer die Stelle, desto klarer die Anzeige.

Umkreis um den Betrieb

Überlegen Sie, wie weit ein Mitarbeiter realistisch täglich fährt. Im ländlichen Bayern sind das oft andere Strecken als im Großraum München. Der Umkreis bestimmt, wo Ihre Anzeige erscheint. Zu eng gefasst, bleibt die Zielgruppe zu klein. Zu weit gefasst, erreichen Sie Menschen, die nie zu Ihnen pendeln würden.

Ein Ziel pro Anzeige

Eine Anzeige, eine Stelle, ein Ziel: Kontaktaufnahme. Wer in einer Anzeige gleichzeitig Monteure, Azubis und Bürokräfte sucht, spricht am Ende niemanden richtig an.

Schritt 2: Die Besonderheit bei Meta – Kategorie „Beschäftigung“

Stellenanzeigen gelten bei Meta als sogenannte spezielle Anzeigenkategorie „Beschäftigung“. Diese Kategorie müssen Sie beim Anlegen der Kampagne im Werbeanzeigenmanager auswählen. Hintergrund ist der Schutz vor Diskriminierung bei der Auswahl, wer eine Stellenanzeige sieht.

Für diese Kategorie gelten Einschränkungen beim Targeting. Laut dem Meta-Hilfebereich („Eine spezielle Anzeigenkategorie auswählen“) und einer Übersicht der Agentur 2Punkt (Stand 2023) sind das vor allem:

  • Alter: Die Altersspanne lässt sich nicht eingrenzen.
  • Geschlecht: Die Anzeige wird allen Geschlechtern ausgespielt, eine Auswahl ist nicht möglich.
  • Standort: Es gilt ein Mindestumkreis, sehr kleine Gebiete lassen sich nicht auswählen.
  • Detailliertes Targeting: Einige Interessen und Merkmale stehen nicht zur Verfügung, Ausschlüsse sind nicht erlaubt.

Die genauen Regeln passt Meta immer wieder an. Prüfen Sie den aktuellen Stand direkt im Werbeanzeigenmanager. Für Ihre Praxis bedeutet das: Die Anzeige selbst muss die Auswahl übernehmen. Ein klarer Beruf in der Überschrift und ein konkretes Angebot sorgen dafür, dass sich die Richtigen angesprochen fühlen – und die anderen weiterscrollen.

Schritt 3: Format fürs Handy und ein Bild aus dem Betrieb

Instagram und Facebook werden fast ausschließlich auf dem Smartphone genutzt. Ihre Anzeige muss dort in wenigen Sekunden funktionieren.

Das Format

  • Hochformat für Story und Reels, dazu eine quadratische oder hochkantige Variante für den Feed.
  • Wenig Text im Bild: eine Überschrift, ein bis zwei Vorteile, fertig.
  • Große, gut lesbare Schrift und ausreichend Kontrast, auch bei Sonnenlicht auf der Baustelle.

 

Das Bild

Echte Fotos aus Ihrem Betrieb schlagen Stockfotos. Zeigen Sie Ihre Leute bei der Arbeit, Ihr Servicefahrzeug, Ihre Werkstatt. Ein Handyfoto mit gutem Licht reicht oft aus. Wer die Anzeige sieht, soll erkennen: Das ist ein echter Betrieb aus meiner Gegend, keine anonyme Jobbörse. Achten Sie darauf, dass Mitarbeiter, die zu sehen sind, mit der Verwendung einverstanden sind.

Schritt 4: Das Wechselangebot als Botschaft

Der wichtigste Schritt ist die Botschaft. Ihre Zielgruppe hat bereits einen Job. Die Anzeige muss daher die Frage beantworten: Was gewinne ich, wenn ich zu Ihnen wechsle?

Die Themen, die bei einem Wechsel im Handwerk den Ausschlag geben, sind fast immer dieselben:

  • Geld: eine konkrete Zahl statt „leistungsgerechte Bezahlung“.
  • Zeit und Planbarkeit: zum Beispiel früher Feierabend am Freitag oder eine faire Bereitschaftsregelung.
  • Chef und Team: feste Partner, ein erreichbarer Chef, ein echter Umgang miteinander.
  • Ausstattung und Perspektive: eigenes Fahrzeug, gutes Werkzeug, Weiterbildung, neue Technik.

 

Beispiel für eine Anzeige (Vorher und Nachher)

Vorher: „Wir suchen zur Verstärkung unseres Teams einen Anlagenmechaniker SHK (m/w/d). Wir bieten ein angenehmes Arbeitsklima und leistungsgerechte Vergütung.“

Nachher: „Anlagenmechaniker SHK im Umkreis von Landshut: Eigenes Servicefahrzeug, Bereitschaft nur jede sechste Woche, Freitag ab 13 Uhr frei. Melden Sie sich per WhatsApp.“ (Beispielwerte – setzen Sie Ihre eigenen Angaben ein.)

Die zweite Fassung nennt den Beruf, die Region und drei konkrete Vorteile. Genau diese Klarheit ersetzt das Targeting, das bei Stellenanzeigen eingeschränkt ist.

Schritt 5: Ein einfacher Kontaktweg

Die beste Anzeige verliert Bewerber, wenn der nächste Schritt zu kompliziert ist. Wer abends auf dem Sofa auf Ihre Anzeige tippt, lädt keinen Lebenslauf hoch.

Kontaktwege, die im Handwerk funktionieren

  • Kurzes Formular direkt in der App oder auf einer schlanken Landingpage mit wenigen Fragen.
  • WhatsApp oder Telefon für alle, die lieber direkt sprechen.
  • Rückruf-Wunsch mit Angabe der besten Uhrzeit.

Genauso wichtig ist, was danach passiert. Wer sich meldet, erwartet eine schnelle Reaktion. Legen Sie vorher fest, wer im Betrieb Anfragen annimmt und innerhalb welcher Zeit zurückgerufen wird. Eine Rückmeldung am selben oder nächsten Tag macht oft den Unterschied.

Schritt 6: Budget und Laufzeit planen

Wie viel eine Recruiting-Anzeige kostet, lässt sich nicht pauschal sagen. Die Kosten hängen unter anderem vom Beruf, von der Region, von der Konkurrenz um dieselbe Zielgruppe und von der Qualität der Anzeige ab. Seriöse Zahlen gibt es daher nur je nach Anbieter und Region – und sie ändern sich laufend.

Die Logik hinter dem Budget

  • Tagesbudget mal Laufzeit ergibt Ihr Werbebudget. Planen Sie lieber einige Wochen mit gleichmäßigem Budget als wenige Tage mit viel Geld.
  • Testphase einplanen: Zwei bis drei Motive und Texte gegeneinander laufen lassen und die schwächeren abschalten.
  • Richtig messen: Entscheidend sind nicht Klicks oder Likes, sondern Kontaktanfragen und qualifizierte Bewerbungen.

Setzen Sie das Budget ins Verhältnis zu dem, was eine unbesetzte Stelle kostet. Im Heizungsbau liegt der Umsatz je Beschäftigtem laut Destatis Handwerkszählung 2024 bei 144.644 € pro Jahr, also rund 657 € pro Arbeitstag. Umsatz ist nicht Gewinn – aber jede Woche ohne Besetzung fehlt Leistung im Betrieb.

Wann sich ein Profi lohnt

Eine einzelne Anzeige können Sie selbst schalten. Aufwendig wird es, wenn Zielgruppe, Motive, Texte, Kontaktweg und laufende Optimierung zusammenspielen müssen – und das neben dem Tagesgeschäft.

Professionelle Unterstützung lohnt sich vor allem, wenn:

  • Ihre bisherigen Anzeigen kaum passende Bewerbungen gebracht haben,
  • Sie mehrere Stellen oder schwer zu besetzende Berufe suchen,
  • niemand im Betrieb Zeit hat, Anzeigen täglich zu prüfen und anzupassen.

Wie Sie Ihr Wechselangebot Schritt für Schritt entwickeln, zeigt unser kostenloser Leitfaden „Das Wechselangebot“ für Ihr Gewerk – mit Vorher-Nachher-Anzeigen, Hinweisen zu Anzeigen im Umkreis und einem 30-Tage-Plan. Warum klassische Stellenanzeigen im Handwerk so oft ins Leere laufen, lesen Sie in unserem Beitrag Stellenanzeige im Handwerk: So wird sie zum Wechselangebot.

Häufige Fragen und praktische Antworten

Reicht es, einen Beitrag auf der Facebook-Seite hervorzuheben?

Das Hervorheben ist eine vereinfachte Form der Werbung mit wenigen Einstellungen. Für Recruiting ist in der Regel eine eigene Kampagne im Werbeanzeigenmanager sinnvoller, weil Sie dort Ziel, Umkreis, Motive und Kontaktweg gezielt steuern können.

Muss ich die Kategorie „Beschäftigung“ wirklich auswählen?

Ja. Anzeigen für Stellenangebote fallen bei Meta unter diese spezielle Kategorie. Wer sie nicht angibt, riskiert, dass die Anzeige abgelehnt wird. Die aktuellen Regeln finden Sie im Meta-Hilfebereich.

Instagram oder Facebook – welche Plattform ist besser?

Das hängt von der Zielgruppe ab. Beide Plattformen werden über denselben Werbeanzeigenmanager gesteuert. Sinnvoll ist, zunächst auf beiden auszuspielen und anhand der Anfragen zu sehen, wo Ihre Zielgruppe reagiert.

Wie schnell kommen die ersten Bewerbungen?

Das lässt sich nicht seriös vorhersagen. Es hängt vom Beruf, von der Region und vom Angebot ab. Planen Sie deshalb eine Laufzeit von mehreren Wochen ein und bewerten Sie die Anzeige nicht nach den ersten Tagen.

Zusammenfassung: Mit dem richtigen Angebot zur richtigen Zielgruppe

Eine Stellenanzeige auf Instagram und Facebook wirkt, wenn fünf Dinge zusammenpassen: eine klar definierte Stelle, ein realistischer Umkreis, ein Format fürs Handy mit echten Bildern aus dem Betrieb, ein konkretes Wechselangebot und ein einfacher Kontaktweg. Weil Meta das Targeting bei Stellenanzeigen einschränkt, muss die Anzeige selbst die richtigen Leute ansprechen.

BLUE THE WEB entwickelt mit Ihnen das Wechselangebot, erstellt die Recruiting-Anzeigen für Instagram und Facebook und spielt sie gezielt an Fachkräfte im Umkreis Ihres Betriebs aus. Jede Kampagne läuft drei Monate. Kommt in dieser Zeit keine qualifizierte Bewerbung, arbeiten wir ohne Betreuungshonorar weiter, bis qualifizierte Bewerber kommen. Das Werbebudget tragen Sie weiterhin selbst.

 

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Thomas Schmalzl

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